Demokratie stirbt

Never stop thinking.

📅 11.08.2026 🏷️ Naomi-SeibtDesinformationAfD

US-Förderung für rechtes Mediennetzwerk: Naomi Seibt und die „Freedom Alliance of the West"

US-Förderung für rechtes Mediennetzwerk: Naomi Seibt und die „Freedom Alliance of the West"

📷 Picsum/Unsplash

Fremde Staatsgelder für deutsche Desinformation

Die Nachricht vom 10. August klingt nach einem Satirebeitrag, ist aber bitterer Ernst: Naomi Seibt, die 25-jährige AfD-nahe Influencerin aus Münster, will mit US-Steuergeldern ein neues Mediennetzwerk namens „Freedom Alliance of the West" aufbauen – während gegen sie in Deutschland wegen Volksverhetzung ermittelt wird. Ihre Beiträge werden regelmäßig von Elon Musk verstärkt, sie selbst hat in den USA Asyl beantragt und inszeniert sich dort als Opfer von Antifa und deutschem Staat. Man muss keine Sympathie für die deutsche Justiz haben, um hier zu erschrecken.

Was ist da eigentlich los?

Seibt wurde bekannt als „Anti-Greta": eine junge Frau, die den menschengemachten Klimawandel leugnete und dafür von rechts außen gefeiert wurde. Inzwischen lebt sie in den USA und hat dort ein Asylverfahren laufen – mit Unterstützung republikanischer Kreise. Das geplante Netzwerk soll nach eigenen Angaben mit „alternativen Medien", Anwälten und Meinungsforschungsinstituten kooperieren und sich auf „Meinungsfreiheit" und Migration konzentrieren. Übersetzt heißt das: Desinformation mit professionellem Unterbau, finanziert aus der Kasse eines fremden Staates. Wer sich jahrelang über russische Einflussnahme auf deutsche Debatten empört hat, muss hier konsequent bleiben – US-Geld für deutsche Spaltung ist nicht besser als russisches.

Die „Ja, aber"-Frage

Ja, jeder hat das Recht, unangenehme Meinungen zu vertreten, und niemand sollte wegen seiner politischen Haltung pauschal kriminalisiert werden. Ja, auch Naomi Seibt darf ihre Geschichte erzählen. Aber: Ein Propaganda-Netzwerk, dessen Galionsfigur wegen Volksverhetzung ermittelt wird und das mit fremden Staatsgeldern ein deutsches Publikum erreichen will, ist keine Meinungsfreiheit – es ist Einflussnahme mit Steuergeld. Und wer sich als „Verfolgte" inszeniert, während sie in Deutschland nur mit Ermittlungen, nicht mit Verfolgung konfrontiert ist, betreibt ein uraltes Geschäftsmodell: aus der Opferrolle Kapital schlagen.

Wer zahlt die Rechnung?

Am Ende zahlen die US-Steuerzahler – und die deutsche Demokratie. Jedes weitere Netzwerk, das Desinformation als Geschäftsmodell betreibt, macht es schwerer, zwischen Journalismus und Propaganda zu unterscheiden. Das eigentliche Skandalon ist nicht Naomi Seibt persönlich, sondern dass sich für so etwas überhaupt Geldgeber finden. Demokratie ist teuer – aber Desinformation ist es auch. Nur dass am Ende nicht die Reichweite den Preis zahlt, sondern das Vertrauen in Fakten.

Quelle: aktien.news – Deutsche AfD-Influencerin beantragt US-Förderung für rechtes Mediennetzwerk

← Zurück zum Blog