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📅 03.08.2026 🏷️ Iran-KriegGeopolitikÖlpreis

Friedenshoffnung am Golf: Trump setzt Iran-Angriffe aus, doch Gaza und Ölpreise bleiben explosiv

Friedenshoffnung am Golf: Trump setzt Iran-Angriffe aus, doch Gaza und Ölpreise bleiben explosiv

📷 Saul Cuellar/Unsplash

Friedenshoffnung am Golf – oder nur eine Atempause?

Die Nachricht klingt wie ein Durchbruch: US-Präsident Trump setzt die geplanten Angriffe auf den Iran aus, weil "die Parameter für einen Deal erreicht" seien – volle Öffnung der Straße von Hormus, Ende der iranischen Nuklearbedrohung. Auch Israel habe sich der Verpflichtung angeschlossen. Nach Wochen des gegenseitigen Beschusses, nach Huthi-Angriffen auf saudische Pipelines und einer Weltwirtschaft, die unter der Risikoprämie ächzt, ist das zunächst eine gute Nachricht. Aber wer genauer hinsieht, erkennt: Der Preis für diese Hoffnung ist noch nicht bezahlt – und die Rechnung könnte teuer werden.

Die Vorgeschichte ist wichtig. Dieser Krieg wurde nicht vom Himmel gefallen: Über Jahre hat die internationale Gemeinschaft den Iran nicht ernsthaft verhandelt, sondern mit Sanktionen und maximalem Druck gearbeitet – und Teheran hat mit Urananreicherung und regionalen Stellvertretern geantwortet. Als es dann zur Eskalation kam, wurde die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öls fließt, zur politischen Geisel. Jetzt feiert Trump die Aussetzung der Angriffe als Erfolg – aber man muss fragen: Was hat dieser Weg gekostet, bevor man am Verhandlungstisch landete? Wären die "erreichten Parameter" nicht früher, billiger und mit weniger Blut erreichbar gewesen?

Und dann ist da Gaza. Während Washington eine Friedenshoffnung am Golf ausruft, sterben im Gazastreifen am zweiten Tag in Folge mindestens 18 Palästinenser durch israelische Luftangriffe – der höchste tägliche Blutzoll seit Wochen. Israels Energieminister Eli Cohen sagt unmissverständlich: Es gebe keinen Deal zur Einstellung der Angriffe, Israel kontrolliere bereits 70 Prozent des Gebiets. Die Hamas wirft Israel vor, den politischen Prozess durch die Eskalation zu untergraben. Seit dem Waffenstillstand im Oktober sind nach Angaben der Gesundheitsbehörden mindestens 1.230 Palästinenser getötet worden. Eine Friedenshoffnung, die nur für den einen Konflikt gilt und den anderen weiterbrennen lässt, ist keine – sie ist eine Neuordnung der Prioritäten.

Die Gewinner und Verlierer sind klar benennbar. Gewinner: die Diplomatie, falls sie hält, und alle, deren Rechnungen sonst explodiert wären. Verlierer: die Zivilbevölkerung in Gaza, die weiter unter Beschuss steht, und die Weltwirtschaft, die die monatelange Unsicherheit bereits bezahlt hat. Die Huthi-Angriffe auf saudische Energieinfrastruktur – Ost-West-Pipeline, Jizan-Raffinerie – sind nicht vorbei, nur weil Washington einen Deal verkündet. Öl bleibt explosiv, solange die Risikoprämie hoch ist. Dazu kommt die Ukraine: Während der Nahe Osten aufatmet, fliegen ukrainische Drohnen tief ins russische Hinterland – Engels, Saratow, Kaluga – und Moskau meldet 635 abgeschossene Drohnen. Der zweite Krieg, den der Westen gerne vergisst, wird weitergeführt.

Ja, jede Deeskalation zwischen Washington und Teheran ist ein Gewinn für den Frieden – aber nur, wenn sie hält und wenn sie nicht auf dem Rücken anderer ausgetragen wird. Ein Deal, der die Straße von Hormus öffnet, ist wertlos, wenn Gaza weiter brennt und die Ölpreise wegen regionaler Stellvertreter hoch bleiben. Frieden ist unteilbar: Man kann nicht den einen Krieg beenden und den anderen mit neuen Bomben "stabilisieren". Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Hoffnung trägt – oder ob sie nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm war.

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